309. Bestehen 1). Sein 2). Dasein 3). Wirklichkeit 4).

1) To exist, last. 2) To be. 3) Existence. 4) Reality.
1) Subsister (exister). 2) Être. 3) Existence. 4) Réalité.
1) Esistere (sussistere). 2) Essere. 3) Esistenza. 4) Realtà.

Sein ist der allgemeinste Ausdruck; es umfaßt sowohl die Möglichkeit (d. i. bloß gedachte Dinge) als die Wirklichkeit; Dasein, Wirklichkeit, Bestehen werden dagegen den Dingen beigelegt, die nicht bloß gedacht werden, und sie bezeichnen gerade dasjenige Sein, das den Dingen noch außer ihrer Möglichkeit zukommt. Das Bestehen wird besonders von der Dauer eines Dinges gesagt; es setzt daher zu dem Begriffe des Daseins derselben noch den Begriff der Fortdauer (Gegens. vergehen, vernichtet werden, verschwinden) hinzu. Man sagt: Die menschliche Seele wird bestehen, solange die Welt bestehen wird. Wenn die Welt bestehen soll, so muß sie Gott erhalten, d. h. er muß ihre Fortdauer bewirken. Wirklichkeit ist dem Scheine oder dem Eingebildeten, und Dasein dem Nichtsein entgegengesetzt. Ein Gegenstand der Sinne, der wirklich ist, muß auf unsere Sinne wirken; wenn das Bild desselben nicht auf diese Art in unserer Seele entsteht, so ist es ein bloßes Bild der Einbildungskraft. Das hat man vielleicht anfangs bloß durch wirklich ausdrücken wollen, bis die philosophische Abstraktion dem Dinge auch wegen seines innern Wirkens die Wirklichkeit beigelegt hat. Wenn wir daher Gott das Dasein beilegen, so wollen wir sein Nichtsein verneinen; wenn wir ihm die Wirklichkeit beilegen, so denken wir ihn als ein ewig wirksames Wesen. Selbst alsdann, wenn man sich das auch in der Sache unzertrennt und unzertrennlich (mit Hegel zu reden: identisch) denkt, so kann man es doch in Gedanken voneinander absondern.


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