294. Berühren 1). Betasten 2).

1)To touch. Toucher. Toccare.
2)To feel, finger. Tâter (palper). Tastare (palpare).

Wir berühren einen Körper schon, wenn wir nur an irgend einen Punkt desselben stoßen; es kann dasselbe zufällig oder absichtlich geschehen, z. B. zwei Straßen, zwei Garten, zwei Hauser berühren sich Da Betasten hingegen geschieht von mehreren Seiten des Körpers mit einer größern Fläche der Hand in der Absicht eine deutlichere Vorstellung von demselben zu erhalten Man betastet etwas um es zu prüfen, z. B. eine schadhafte Stelle, die ausgebessert werden soll. Der Zyklop Polyphem betastete den Rücken sämtlicher Widder, um zu untersuchen, ob jemand auf ihnen aus der Höhle entweichen wollte. Berühren ist zarter, als betasten, auch in übertragener Bedeutung, so z. B. in den Wendungen: mit den Augen berühren, und: mit den Augen betasten. "Weil diese Schönen sich ganz sicher darauf verließen, daß sie außer Gefahr seien, von mannlichen Augen betastet zu werden." Wieland, Die Grazien. Ein schönes Gemälde oder einen anderen zarten, fein ausgeführten Kunstgegenstand darf man nicht berühren, geschweige denn betasten. Berühren heißt in übertragener Bedeutung auch: einer Sache kurz Erwähnung tun; betasten kann in diesem Sinne nicht gebraucht werden.


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