Sebastien Bourdon

Bourdon, Sebastien, Historienmaler, der Sohn eines Glasmalers, geb. 1616 zu Montpellier, gest. 1671 zu Paris, erlernte die Kunst bei einem Maler Namens Barthelemy zu Paris, begab sich im 14. Jahr nach Bordeaux, wo er der Freskomalerei oblag und von da nach Toulouse, woselbst er, weil er keine Arbeit fand, Soldat wurde. Er bekam jedoch bald wieder seinen Abschied und ging nun nach Rom, wo er für einen Bilderhändler Kopien nach alten Meistern anfertigte, bis er, um den Händen der Inquisition zu entfliehen, wieder nach Paris zurückkehrte. Hier malte er kleine Schlacht- und Jagdstücke, Landschaften und Genrebilder, auch ein größeres Votivbild, die Kreuzigung Petri (jetzt im Louvre zu Paris) für die Kirche Notre Dame. Der inzwischen ausgebrochene Bürgerkrieg trieb ihn nach Schweden, wo er die Königin und fast alle Grossen des Reichs porträtierte und zum Hofmaler ernannt wurde. Nach Christinens Thronentsagung begab er sich wieder nach Paris, wo er 1665 zum Rektor der Akademie ernannt wurde und eine Menge Staffelei-, Decken- und Wandgemälde ausführte. — In seinen historischen Bildern nahm er sich Poussin zum Vorbild, dem er, so sehr er ihm an Geist, Gefühl und Zeichnung nachsteht, in einer warmen, blühenden Färbung überlegen ist. Als Genre- und Porträtmaler leistete er dagegen Vorzügliches. Im Louvre zu Paris, wo man mehrere Gemälde von ihm sieht, kann man ihn in seinen verschiedenartigen Leistungen kennen lernen. Ebendaselbst sieht man auch das trefflich ausgeführte Bildnis des Meisters. — Die besten Kupferstecher seiner Zeit haben nach ihm gestochen. Bourdon hat auch selbst mehrere Blätter nach eigenen Erfindungen radiert und mit der Nadel und dem Grabstichel vollendet, unter denen die 7 Blätter, die Werke der Barmherzigkeit und die Flucht nach Ägypten, die vorzüglichsten sein dürften.


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Seite zuletzt aktualisiert: 08.02.2005 
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