Jacopo Cavedone

Cavedone, Jacopo, Maler aus Sassuolo, im Modenesischen, geb. 1577, gest. 1660, soll den ersten Unterricht in der Kunst bei seinem Vater, einem mittelmäßigen Maler, empfangen und sich hierauf unter Passarotti, Baldi und den Caracci weiter gebildet haben. Mit Guido machte er eine Reise nach Venedig, woselbst er besonders Tizians Werke kopierte, und von da nach Rom. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland ließ er sich in Bologna nieder, wo er eine große Menge Werke ausführte. In seinem Alter verfolgte ihn alles mögliche häusliche Unglück, so dass er in der größten Armut, als Bettler in seinem 83. Jahre, in einem Stalle starb. — Seine Bilder, besonders diejenigen aus seiner frühern Zeit, zeichnen sich durch den Geschmack und die Leichtigkeit, die in seinen Kompositionen herrscht, die richtige Zeichnung, das warme und kräftige Kolorit und den pastosen Farbenauftrag aus. Eine große Anzahl davon sieht man zu Bologna, z. B. in S. Michele in Bosco: eine h. Cäcilie, welche mehrere Märtyrer begräbt; ein Martyrium des Tiburzius und Valerinus; Roger vor S. Benedikt und den Tod des h. Benedikt; in der Pinakothek: einen h. Rochus. Das Louvre in Paris besitzt von ihm eine h. Cäcilie, vor einer Orgel sitzend; die Wiener-Galerie einen h. Sebastian, an einen Baum gebunden und von einem Pfeil durchbohrt; einen von Engeln betrauerten Leichnam Christi und ein kleineres Bild, denselben Gegenstand behandelnd.

 

Literatur. Museo Fiorentino, woselbst auch sein Porträt im Stich.  


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