Joseph Caspar

Caspar, Joseph, ein ausgezeichneter, der Gegenwart angehöriger Kupferstecher, Mitglied und Bibliothekar der Akademie der Künste zu Berlin, geb. 1799 zu Rorschach in der Schweiz, kam schon im Jahr 1815 nach Rom, um die Anfangsgründe der Kunst zu erlernen. Erst aber in Berlin, wohin er durch W. v. Schadow im Jahr 1820 kam, entschied er sich, auf Veranlassung des Geheimrats v. Beuth, ganz für die Kupferstecherkunst und ging sofort nach Mailand, um sich unter Longhis und Anderlonis Leitung weiter darin auszubilden. Seit dem Jahre 1826 lebt er nun in Berlin, woselbst er verschiedene treffliche Arbeiten für das k. Ministerium und den Kunstverein ausführte. Unter seine besten Stiche, die ihm seinen Rang unter den ersten lebenden Kupferstechern anweisen, gehören: die h. Katharina, nach Raphael; Maria mit dem Kinde, nach Raphaels Gemälde, im Berliner-Museum, früher im Hause Colonna (1830); die Tochter des Tizian, nach dessen Gemälde im Museum zu Berlin (1835); Thomas von Savoyen, Prinz von Carignan, nach A. v. Dyck (1840); die h. Barbara, nach G. A. Beltraffio, im Museum zu Berlin (1842); S. Antonius, nach Murillo u.s.w. Seine letzte Arbeit war der Stich des Bildnisses von Felix Mendelsohn Bartholdi, nach Hensel, denn im Jahr 1847 musste er wegen eingetretener Augenschwäche seine künstlerische Tätigkeit gänzlich aufgeben. Seit der Zeit beschäftigt er sich ausschließlich mit der Verwaltung seines Amtes. — Caspar war der erste, durch den die Kupferstecherkunst in Berlin wieder zur Geltung gelangte und seitdem mit immer gediegeneren Leistungen hervortrat.


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