Kuppel

Kuppel. (Baukunst) Vom italienischen Cupola. Ein Gewölbe, welches das Dach über ein rundes Gebäude ausmacht. Viele Tempel der Alten waren rund und konnten also nicht wohl andere als halbkugelrunde, folglich gewölbte Dächer haben; also ist die Kuppel eine Erfindung des Altertums. Wie überhaupt die runden Gebäude in Ansehung der Figur die schönsten sind, so sind auch die Kuppeln die schönsten Dächer. Etliche hohe Gebäude mit Kuppeln geben von weitem einer Stadt ein großes Ansehen, welches durch die Menge der hohen spitzigen Türme nie zu erhalten ist. Es scheint, dass die elliptische Form, da die Höhe der Kuppel ihre Breite in etwas übertrift, nicht nur wegen des angenehmeren Ansehens, sondern auch wegen der größeren Festigkeit des Gewölbes, der Form einer halben Kugel vorzuziehen sei.

Die Kuppel wird aber nie ganz zugewölbt, sondern gegen den Scheitel offen gelassen, damit das Licht durch diese Öffnung hinein falle. Diese Öfnung bleibt entweder ganz unbedeckt, wie in dem ehemaligen Pantheum in Rom, jetzt Sta. Maria Rotonda genannt oder es wird auf dieselbe noch ein kleines an den Seiten offenes Türmchen, dem man den Namen einer Laterne gibt, darauf gesetzt.

Inwendig werden die Kupeln, entweder durch eine schöne Einteilung in Felder, und Anbringung ver schiedener verguldeter Zierraten, wie die Kupel der eben erwähnten Rotonda [s. Des Gaudets Les plus beaux batimens de Rome], oder durch Decken Gemälde verziert. Zu solchen Gemälden schicken sie sich auch ungemein viel besser als die flachen Decken, (die wir auch mit dem französischen Namen Platfonds zu nennen pflegen) weil die Figuren nicht dürfen so verkürzt vorgestellt werden.

Man macht auch Kupeln von Zimmerarbeit und hat dabei den Vorteil, dass die Mauern des Gebäudes nicht so sehr stark sein dürfen als die steinernen Gewölber sie erfordern. Inwendig wird das Gespärre verschaalt; aber dadurch geht ein großer Teil des Raumes verloren. Sollen diese Kuppeln inwendig die Form einer halben Kugel behalten, so muss von aussen die Höhe beträchtlich größer, als die Breite sein, wodurch sie mehr eiförmig als kugelförmig werden; es sei denn, dass man, wie bei der katholischen Kirche in Berlin, die Sparren aus lauter krumm gewachsen Bäumen mache, in welchem Fall die Kupel beinahe die kugelrunde Form von aussen behalten kann. 


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