Ernst von Bändel

Bändel, Ernst von, Bildhauer, geb. zu Ansbach 1800, bildete sich auf der Akademie zu München und machte sich dort, in rascher Fortentwicklung seiner künstlerischen Fähigkeiten, durch seine im Jahr 1820 daselbst ausgestellte lebensgroße Statue des Mars, die wegen des trefflichen Ausdrucks und des Ebenmaßes des Gliederbau's gerühmt wurde, und drei Jahre später durch die Modelle einer Charitas und eines Fauns, in denen er eine bedeutende Fertigkeit in der Anordnung und Bewältigung der plastischen Massen an den Tag legte, als junger Mann schon einen sehr geachteten Namen. In der Folge führte er zwei der Statuen im Giebelfeld der Glyptothek zu München und die erwähnte Charitas höchst gediegen in Marmor aus; ferner mehrere vortreffliche Porträtbüsten, u. A. die des Königs Max von Bayern, sowie der Künstler D. Quaglio, P. Hess, Stieler und Gärtner; endlich die Monumente des Ritters von Skell und des Historienmalers Langer. Andere Werke, die er während seines Aufenthalts in München schuf, waren: ein Amor in carrarischem Marmor, Amor und Psyche, eine sich schmückende Venus und die Hoffnung, sämtlich lebensgroße Statuen in Gips. 1834 ging Bändel nach Berlin, wo man von ihm ein Sarkophagrelief in Marmor, einen lebensgroßen Christus, ein sitzendes, Blumen pflückendes Mädchen und die Skizze zu einer kolossalen Statue Hermann des Etruskers, für ein Denkmal desselben im Teutoburgerwald bestimmt, sämtliche Arbeiten m Gips, sah. Im Jahr 1843 begab sich Bändel nach Italien, wo er mehrere plastische Arbeiten, u. A. die Büsten des Fürsten und der Fürstin von Lippe Detmold, das obengenannte Modell einer Venus in Marmor ausführte. Außer mehreren anderen tüchtigen Skulpturen, die der Künstler seither gefertigt, der Statue König Wilhelm IV. in Göttingen, der Bildwerke im Giebelfelde des dortigen Universitätsgebäudes u.s.w., rühmt man besonders eine seiner jüngsten Arbeiten, eine lebensgroße Marmorstatue der Thusnelda (im Besitz des Fürsten von Lippe-Detmold), in dem Moment dargestellt, wo sie vom eigenen Vater verraten, mit Ketten belastet in die Gefangenschaft abzugehen im Begriff steht, ein herrliches Werk, das sich namentlich durch die Weichheit und Zartheit der Behandlung des Marmors, worin der Künstler überhaupt Vortreffliches leistet, auszeichnet.


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