Die vier Ströme


In einem Aufruf zur Wohltätigkeit wird jetzt entdeckt, dass unsern Herzen »nur noch die Ahnung des anonymen Blutgeschehens dämmert«. Aber das war schon in meiner Rede von »dieser großen Zeit« gesagt. Von drei Flußbetten wird gesprochen: das des Blutes und das der Tränen seien bis zum Rand gefüllt, »der Strom des Goldes aber schleicht der Versumpfung entgegen«. Nein, er ist so voll wie die beiden andern. Aber solange der vierte Strom, der der Tinte, nicht ausgetrocknet ist, von dem durch ein unterirdisches Wunder der Natur der des Blutes sich füllt, und von diesem der der Tränen, aber auch der des Goldes: solange dies nicht geschieht — sind wir alle arme Menschen.

 

 

Oktober, 1916.


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