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Karl Kraus
   (1874-1936)




NEU: Karl Kraus: Worte in Versen I.-IX. (1922-1930)


Gedichte. — "... Dienst der Kunst | Die Kunst, sie diene mir zum Schutz | vor dieses Lebens Qualen. | Da ist die Malerei nicht nutz, | den Leuten was zu malen. | Auch die Musik geht nicht drauf aus, | es ist ihr nicht zu eigen, | um einem gutbesuchten Haus | gehörig heimzugeigen. | Nur mit der Wortkunst halt' ich's drum, | die ist für mich und jeden, | sie hilft, um mit dem Publikum | doch einmal deutsch zu reden. ..."

 

Worte in Versen I. II. III. f. IV. V. VI. VII. VIII. f. IX. f.




NEU: Karl Kraus: Aphorismen (1909-1924)


Sprüche und Widersprüche • Pro domo et mundo • Nachts. — "... Ich beherrsche die Sprache nicht; aber die Sprache beherrscht mich vollkommen. Sie ist mir nicht die Dienerin meiner Gedanken. Ich lebe in einer Verbindung mit ihr, aus der ich Gedanken empfange, und sie kann mit mir machen, was sie will. Ich pariere ihr aufs Wort. Denn aus dem Wort springt mir der junge Gedanke entgegen und formt rückwirkend die Sprache, die ihn schuf. Solche Gnade der Gedankenträchtigkeit zwingt auf die Knie und macht allen Aufwand zitternder Sorgfalt zur Pflicht. Die Sprache ist eine Herrin der Gedanken, und wer das Verhältnis umzukehren vermag, dem macht sie sich im Hause nützlich, aber sie sperrt ihm den Schoß. ..."

 

Sprüche und Widersprüche - Pro domo et mundo - Nachts




NEU: Karl Kraus: Weltgericht (1919)


Satirische Kriegsaufsätze, Band I. & II. — "... Werfen wir einen Blick auf unser Nachtleben, übersehen wir aber auch unser Tagleben nicht; bemerken wir, wie geschickt wir aus der Gefahr ins Couplet ausweichen, und beachten wir, wie wir schon jetzt an dem Wiederaufbau unserer Ideale, vor allem des Fremdenverkehrs, arbeiten; horchen wir auf die Gespräche der Zeitgenossen, blicken wir auf die Plakatwände und fragen wir uns dann, ob das nicht lebendigste Wirklichkeit ist und ob wir vom Weltkrieg nicht träumen. ..."

 

Weltgericht




Karl Kraus: Sittlichkeit und Kriminalität (1908)


Ausgewählte Schriften I. — "... Es gibt eine Art unproduktiver Empörung, die sich gegen jeden Versuch, sie literarisch auszudrücken, wehrt. Seit Monatsfrist würge ich an der alle Kulturillusion vernichtenden Schmach, die ein Doppelprozeß wegen Ehebruchs, seine Führung und seine journalistische Behandlung uns angetan hat. ..."

 

Sittlichkeit und Kriminalität




Karl Kraus: Untergang der Welt durch schwarze Magie (1922)


Rezensionen und Satiren. — "... Blendwerk der Hölle! — was ist das? Was ist, habe ich erfunden. Jetzt rächt es sich und äfft mich nach. Seitdem der Nordpol entdeckt wurde, geht es mir so. Ich machte Witze und siehe, am nächsten Tag waren es Depeschen. Ich mußte die Satire aufreißen und zu ihr hinzutun, daß es keine mehr sei. Da wird man nicht fertig. Man glaubt mir schon nicht, wenn ich zitiere. Jetzt wird, was ich erfinde, wahr ... Die Satire konnte dem Leben keuchend nicht mehr nachkommen — jetzt jagt das Leben hinter der Satire einher. Die Wahrheit folgt der Erfindung auf dem Fuß. Gibt es ein untrüglicheres Zeichen dafür, daß es mit diesem Planeten zu Ende geht? ..."

 

Untergang der Welt durch schwarze Magie




Karl Kraus: Literatur und Lüge (1929)


Aufsätze, Glossen und Notizen. — "... Mit den perfekten Feuilletonisten ließe sich leben, wenn sie es nicht auf die Unsterblichkeit abgesehen hätten. Sie wissen fremde Werte zu plazieren, haben alles bei der Hand, was sie nicht im Kopf haben, und sind häufig geschmackvoll. Wenn man ein Schaufenster dekoriert haben will, ruft man nicht den Lyriker. Er könnte es vielleicht auch, aber er tut's nicht. Der Auslagenarrangeur tut's. Das schafft ihm seine soziale Position, um die ihn der Lyriker mit Recht beneidet. Auch ein Auslagenarrangeur kann auf die Nachwelt kommen. Freilich nur, wenn der Lyriker ein Gedicht auf ihn macht. . ..."

 

Literatur und Lüge



Über Karl Kraus auf textlog.de


"... Der Vorleser Kraus ist einer der stärksten Eindrücke. Er sieht fast niemals auf, er liest richtig vor – nur manchmal beschreiben diese seltsamen schmalen Finger einen Halbkreis oder sie zeichnen eine Geste übertrieben auf ... nur die Stimme herrscht. Nein: der Wille herrscht. Seine Stirnader schwillt. Mit ungeheurer Intensität bricht das Geschriebene und Erlebte noch einmal heraus – eine Eruption seltenen Grades. Er darf es wagen, entgegen allen Vortragsgesetzen, fortissimo zu beginnen und andante fortzufahren – weil es wahr ist, in jedem Augenblick wahr. Schrei auf Schrei entringt sich dieser gequälten Brust, Ruf auf Ruf, Klage auf Klage. Und Anklage auf Anklage ...

Hier ruft ein Mensch und gibt euch alles in allem: Kunst, Gesinnung, Politik und sein rotes, reines Herzblut.

Kurt Tucholsky, Rezensionen: »Karl Kraus liest« 

 

Weitere Kraus-Rezensionen von Kurt Tucholsky:

- »Karl Kraus«

- »Weltgericht«

»Die Unüberwindlichen«



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Seite zuletzt aktualisiert: 22.09.2007