465. Entkräften 1). Schwächen 2).

1) To deprive of strength, enfeeble. 2) Weaken, debilitate.
1) Énerver (faire perdre les forces). 2) Affaiblir (débiliter).
1) Snervare (spossare, infiacchire, far
perdere le forze).
 2) Indebolire (debilitare affievolire).

Die Stärke kann sowohl vermindert werden, indem die Menge der kleinern Kräfte vermindert wird, als indem der Grad der Kraft, den ein Gegenstand bisher anwenden konnte, abnimmt. In dem erstem Falle wird er geschwächt, in dem andern entkräftet. Wenn ein starker Mann gegen einen großen Haufen Schwächerer zu kämpfen hat, so kann der Ausgang des Kampfes eine Zeitlang unentschieden sein. Endlich aber nimmt der Grad der Kraft des Stärkeren ab, er wird entkräftet und unterliegt der Menge; oder ein großer Teil seiner Gegner läuft davon, und ihre Partei wird also geschwächt und überwunden. Ein Kriegsheer wird geschwächt, wenn es einen beträchtlichen Teil seiner Truppen einem andern Feinde entgegenschicken muß, oder wenn es durch Gefechte, Krankheiten und Desertion viele Mannschaften verloren hat; es wird aber entkräftet durch Arbeiten, Mühseligkeiten, lange, übertriebene Märsche in schlechtem Wetter, durch unwegsame Straßen usw. In der Körperwelt hängt die Größe der lebendigen Kräfte auch von der Geschwindigkeit der Bewegung ab. Sie kann also vermindert werden durch alle Hindernisse, welche die Geschwindigkeit der Bewegung vermindern, ohne daß dadurch die innere Kraft des Körpers selbst das Geringste verliert. In diesem Falle wird seine Bewegung und sein Stoß geschwächt, er selbst wird aber nicht entkräftet. Man schwächt die Gewalt eines reißenden Wasserstromes durch Dämme, aber man entkräftet das Wasser selbst nicht. Man sagt nur von der Kraft selbst, daß sie geschwächt, und von dem Dinge, das die Kraft besitzt, daß es entkräftet werde. In Fällen, wo ohne Unterschied entkräften und schwächen stehen kann (z. B. durch Krankheit wird der Körper geschwächt und entkräftet), ist entkräften der stärkere Ausdruck. "Und so tritt der Priester .... um so herrlicher auf, als es nicht er ist, .... vor dem wir die Kniee beugen, sondern der Segen, den er erteilt, und der um desto heiliger, unmittelbarer vom Himmel zu kommen scheint, weil ihn das irdische Werkzeug nicht einmal durch sündhaftes, ja lasterhaftes Wesen schwächen oder gar entkräften könnte." Goethe, Dicht. u. W. II, 7, Absatz 74.


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