447. Eitel 1). Stolz 2).

1)Vain.     Vaniteux.     Vano (frivolo, vanitoso).
2)Proud, haughty.    Fier (orgueilleux, superbe).    Altiero (orgoglioso, fiero,
 superbo).

Der Stolze gründet seine Meinung von sich auf Eigenschaften, die an sich wahre Vorzüge sind, deren Wert er nur zu hoch anschlägt, oder die er entweder gar nicht oder nicht in so hohem Grade besitzt, als er sie sich beilegt. Der Eitle (die eig. Bed. siehe im vorhergehenden Art.) hingegen gründet die Ansprüche, die er auf Lob und Bewunderung macht, auf Kleinigkeiten, die in den Augen der Vernünftigen keinen großen Wert haben. Der Stolze verschmäht die Bewunderung, die er nicht zu verdienen glaubt; dem Eiteln schmeichelt der Beifall, auch wenn er ihn nicht verdient. Gelehrsamkeit ist ohne Zweifel ein Vorzug von hohem Wert; wer ihn aber für den größten oder gar für den einzigen hielte, wäre ein stolzer Pedant. Putz und schöne Kleidung ist ein Vorzug von geringerem Werte; wer sich etwas darauf einbildet, ist ein eitler Tor. Ferner äußert sich der Stolz durch Verachtung alles Niedrigen und ist, wenn diese aus einer Überschätzung der eigenen Vorzüge hervorgeht, mit Hochmut verbunden. Die Eitelkeit äußert sich, indem sie Proben von ihren Vorzügen zur Schau stellt, die schlechte Beweise von dem Werte derselben sind. Da der Stolz sich durch Verachtung anderer äußert, so ist er verhaßt, indes die Eitelkeit nur lächerlich ist. Die Eitelkeit verhält sich endlich anders als der Stolz zum Lobe und zur Bewunderung. Der Eitle ist mit jedem Lobe zufrieden, es mag kommen, woher es will, auch mit der Bewunderung der Unwissenheit, sowie mit dem Lobe der bloßen Höflichkeit und Gefälligkeit. Der Stolze verschmäht selbst das Lob seiner Bewunderer, wenn er glaubt, daß es aus unedlen Beweggründen hervorgeht, oder nimmt es als einen ihm gebührenden Tribut mit kalter Gleichgültigkeit hin; er ist zu stolz, um eitel zu sein. "Stolz wich der Eitelkeit." Schiller, Abfall d. Niederl. Phil. II. "Die Niedern sind nur eitel, Große stolz." Byron von Böttger VIII, 167. — Hochmütig vgl. Art. 160.


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