198. Ausgemacht 1). Augenscheinlich 2). Gewiß 3). Unleugbar 4). Unbestritten 5).

1) Decided.     2) Evident.     3) Certain.     4) Undeniable.     5) Indisputable.
1) Arrêté (décidé).     2) Evident (manifeste).     3) Certain.
4) Incontestable.     5) Indubitable.
1) Deciso (siabilito).     2) Evidente (manifesto).     3) Certo.     4) Innegabile.
5) Incontestabile.

Wer etwas für völlig wahr hält, der hat Gewißheit darüber. Alles was ausgemacht, augenscheinlich, unleugbar, unbestritten ist, das muß gewiß sein. Allein was gewiß ist, das ist nicht gleich darum auch augenscheinlich, ausgemacht, unleugbar und unbestritten. Diese Wörter zeigen verschiedene Arten und Grade der objektiven Gewißheit an. Es kann etwas schon ohne allen Beweis oder doch durch einen sehr kurzen, leichten und faßlichen gewiß sein, und das ist augenscheinlich; viele gewisse Wahrheiten bedürfen aber erst eines Beweises, und oft eines langen und schweren. Alsdann sind sie nicht augenscheinlich. Zu denjenigen Wahrheiten, die ohne allen Beweis gewiß sind, gehören die Axiome oder Grundsätze, die eigentlich identische Sätze sind, und die unmittelbaren Erfahrungen. Es ist augenscheinlich, daß eine jede Größe sich selbst gleich ist; es ist augenscheinlich, daß die Sonne leuchtet und rund ist. Das erstere ist ein Grundsatz oder Axiom, das andere ist eine unmittelbare Erfahrung. Unleugbar ist das Gewisse, sofern man nicht das Gegenteil davon behaupten kann, unbestritten aber, sofern bisher nicht das Gegenteil davon behauptet ist. Daher sind nur die mathematisch gewissen Wahrheiten oder die notwendigen Wahrheiten unleugbar. Wir müssen auch alle augenscheinlichen Wahrheiten unleugbare Wahrheiten nennen. Ausgemachte Wahrheiten sind diejenigen, denen man entweder gar keine oder keine anderen als beantwortbare Zweifel entgegensetzen kann. Das Wort ausmachen bezieht sich nämlich immer auf einen Streit, der auf die eine oder andere Weise geendigt werden soll. Er ist aber geendigt, wenn die eine Partei der andern gegen ihr Recht oder ihre Behauptung keine gültige Einwendung mehr machen kann. Daher sind alle notwendigen Wahrheiten auch ausgemachte Wahrheiten, sie mögen übrigens ganz augenscheinlich sein oder nicht. Und von denjenigen Wahrheiten, die keine notwendigen Wahrheiten sind, nennt man diejenigen auch ausgemachte, gegen die man keine gültigen oder unbeantwortbaren Einwürfe und Zweifel erheben kann. So ist es jetzt eine ausgemachte Wahrheit, daß es Antipoden gibt.


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