1. Die deutschen Humanisten


1. Von deutschen Humanisten haben wir die Neuplatoniker Reuchlin und Agrippa von Nettesheim schon oben (S. 295) erwähnt. Wie sie, sind auch die übrigen, die wir noch zu nennen haben, zwar von großer kulturgeschichtlicher, aber desto geringerer philosophischer Bedeutung: der feine und kluge Erasmus (1467-1536), der zwar alles der Prüfung der Vernunft unterwerfen will, aber in der Philosophie unselbständig ist und an den Alten festhält, »von denen Plato und (!) Aristoteles die Philosophie am besten lehren«; der kühne und revolutionäre Ulrich von Hutten (1483-1523); endlich die dii minorum gentium, wie der Ciceronianer Rudolf Agricola (•1485) in den Niederlanden oder das Haupt des Erfurter Humanistenkreises Mutianus Rufus (•1526). Für die Pädagogik von Interesse ist der Straßburger Johannes Sturm (1507 bis 1589, vgl. über ihn eine Monographie von Laas, Berlin 1872), der den Satz, dass man statt der Namen die Sachen kennen und über die letzteren richtig zu urteilen und in angemessener Form zu sprechen lernen solle, zum Hauptgrundsatz seiner Erziehungslehre macht.


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