666. Gehalt 1). Besoldung 2). Lohn 3). Löhnung 4). Sold 5). (Honorar, Gage)

1) Salary.    2) Appointments.    3) Wages, hire.    4) Rate.    5) Pay.
1) Salaire (gages).    2) Appointements.    3) Gages.    4) Paye.    5) Solde.
1) Onorario (stipendio).    2) Soldo.    3) Salario.    4) Paga.    5) Soldo.

Lohn bezeichnet überhaupt jede Vergeltung nach Verdienst, sei es, daß ein Mensch Gutes, sei es, daß er Böses verdient habe und empfange; dann aber bedeutet es im engern Sinne das, was ein Arbeiter für seine Arbeit mit Recht fordern kann, und was ihm nach dem Maße derselben gegeben wird. Dementsprechend ist dann sein Lohn bald ein Tagelohn, ein Wochenlohn, oder, wie bei unserm Gesinde, Jahrlohn. In dieser engern Bedeutung wird Lohn vorwiegend bei Dienstleistungen der niedrigeren Stände gebraucht: ein Knecht, eine Magd, ein Handwerksgeselle usw. bekommen Lohn. Löhnung und Sold (von mittellat. solidus, d. i. eine bestimmte Münze, ein Schilling; doch zugleich an ahd. scolan, d. i. sollen, schulden, angelehnt, was in der ahd. Bildung: scoldiner, d. i. Söldner, klar vorliegt, vgl. Schmeller III, 239) bedeuten beide das Geld, das ein gemeiner Soldat für seine Dienste empfängt. Löhnung ist späteren Ursprungs und bedeutet die kleinern Teile des Soldes, die nach den Bedürfnissen des gemeinen Soldaten in kurzen Zwischenräumen ausgezahlt werden. Der König bestimmt für jedes Regiment den Sold, und davon wird am Löhnungstage jedem Soldaten seine Löhnung ausgezahlt. Besoldung wird nur von denen gebraucht, die in öffentlichen Ämtern stehen. Gehalt (d. i. das, was jemand zu erhalten hat und zu seinem Unterhalte verwendet) ist aber auch der Lohn solcher Personen, welche nicht in öffentlichen Ämtern stehen, z. B. solcher, die zur Dienerschaft eines Privatmannes oder eines Fürsten gehören. "Der Gehalt eines Regierungsrates ist seine Besoldung; er bezahlt aber seinem Hofmeister oder seinem Sekretär nur Gehalt" Weigand. Bin Arzt kann als Leibarzt des Fürsten und von vielen reichen Häusern einen ansehnlichen jährlichen Gehalt beziehen. Neben dem Maskulinum der Gehalt ist namentlich in Norddeutschland auch das Neutrum das Gehalt üblich. — Von Fremdwörtern kommen hier die Ausdrücke Gage und Honorar in Betracht. Gage (frz. le gage, ital. gaggia, d. i. Pfand, aus mittellat. gadium, vadium, d. i. Pfand, Bürgschaft, von got. vadi, ahd. weti, d. i. Handgeld, Pfand, Wette, Lohn) ist gegenwärtig fast nur in der Bühnensprache üblich und bezeichnet den Gehalt eines Schauspielers, Theatersängers oder Artisten. Honorar (von lat. honorarium, Ehrengeschenk, von honos, Ehre) bezeichnet eigentlich einen Ehrenlohn; es wird aber als besonders gewählter Ausdruck überhaupt da verwendet, wo es sich um Bezahlung einer höher stehenden Arbeit, namentlich wissenschaftlicher oder künstlerischer Art handelt, wo der Ausdruck Lohn zu niedrig sein würde. Ein Arzt, ein Schriftsteller usw. erhält Honorar.


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