655. Geck 1). Narr 2). Gauch 3).

1) Coxcomb.2) Fool.3) Gawk, simpleton, mug.
1) Fat (freluquet).2) Fou.3) Benêt; der arme Gauch: le pauvre diable.
1) Vanerello.2) Pazzo.3) Sciocco, semfiliciotto, babbeo.

Es gibt mehrere Arten von Narren (ahd. der narro, mhd. der narre, Verrückter, Widersinniger); der Geck (d. i. alberner, possenhafter Mensch, aus dem Mittel- und Niederdeutschen ins Hochdeutsche übergegangen) ist aber ein eingebildeter, selbstgefälliger Narr. Er ist voller Selbstvertrauen und Dünkel auf Grund von Vorzügen, die er nicht besitzt, oder die keine sind, wenigstens keine, die ihn zu seinen Anmaßungen berechtigen. Er gibt sich das Ansehen von Verdiensten und Vorzügen (z. B. des Standes, der Schönheit), die er zu besitzen glaubt, und ist von dem Beifall berauscht, den er zu erhalten vermeint. Ein alter verliebter Geck macht noch Ansprüche auf die Bewunderung und Liebe der schönen, weiblichen Welt, er kann noch hoffen, eine Leidenschaft einzuflößen, und denkt es mit seinem jugendlichen Betragen, mit seiner galanten Flatterhaftigkeit und seiner modischen Kleidung zu zwingen. "Dumm ist er nicht, er ist nur keck, | er ist kein Narr und nur ein Jeck" (nordd. Form für Geck). Wernike. "Ich Geck, ich eines Gecken Geck!" Lessing, Nath. I, 3. Über Tor und töricht vgl. Art. 65. Zuweilen wird auch der Ausdruck Gauch (d. i. eigentl. Kuckuck, mhd. der gouch, Tor, Narr, Gauch, ahd. gouh, Kuckuck) angewendet, der aber nicht nur einen einfältigen, sondern zuweilen auch einen böswilligen Menschen bezeichnet. So kann in derber Sprache ein Betrüger oder Verleumder ein "niederträchtiger Gauch" genannt werden. Gauch war bis ins 16. Jahrhundert hinein die Bezeichnung des Kuckucks, wurde aber schon mhd. im weitern Sinne von Narr, Tölpel, Tropf gebraucht. Heute kommt es lediglich in diesem übertragenen Sinne noch vor, aber es wird von unseren Schriftstellern nur noch selten gebraucht. Es hat gegenüber Geck und Narr einen altertümelnden, volksmäßigen Klang. So sagt Rosegger in der Waldheimat (Wien 1866) II, 116: "Dem Gauch wäre es lieber, es bliebe vom Kuchen ein größerer Rest übrig." In Böhmes Altdeutschem Liederbuch 476 heißt es: "Mein Mann, der ist ein Gauch; die andre sagt: Und meiner auch."


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