629. Ganfer 1). Marodeur 2). Dieb 3).

1) Pilferer. 2) Marauder. 3) Thief.
1) Larron. 2) Maraudeur, traînard. 3) Voleur.
1) Furatore. 2) Predatore, soldato masnadiere. 3) Ladro.

Dieb ist der allgemein übliche Ausdruck der Schriftsprache und bezeichnet alle Formen des Stehlens. Marodeur (von frz. maraud, m. Bettler, Schlingel, Lump) bezeichnet dagegen lediglich einen Plünderer, und zwar den plündernden Nachzügler eines Heeres. Das Wort marode, d. i. abgemattet, entkräftet, nachzügelnd (lat. male ruptus) wurde zuerst beim französischen Militär von Soldaten gebraucht, die abgemattet beim Marsche zurückblieben und dann als Nachzügler plünderten, dann namentlich von solchen, die sich nur entkräftet stellten, um dann als Nachzügler, der Disziplin entrückt, in unerlaubter Weise zu plündern. Ganfer ist ein Wort der Gaunersprache und ist jüdisch-deutsch (aus hebr. gānáb, jüd. gōnáf, stehlen). Es wird nur in der Welt der Gauner gebraucht und um dieses Milieu zu kennzeichnen. Ganfer bezeichnet besonders den Kleinigkeitsdieb, zuweilen auch den plündernden Nachzügler. Auch das Zeitwort ganfen, d. i. stehlen, kommt in dem Rotwelsch der Gauner vor.


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