Johann Daniel Böhm

Böhm, Johann Daniel, Bildhauer und Medailleur, Direktor der k. k. Graveur-Akademie in Wien, geb. 1794 zu Wallendorf in Ungarn, begab sich, nachdem er die nötigen Vorstudien im Zeichnen, Modellieren, erhabenen und vertieften Schneiden in Holz, Stein, Marmor und Edelstein gemacht, im Jahr 1821 nach Florenz und Rom, wo er bald durch Bildhauerarbeiten die Aufmerksamkeit auf sich zog. Später zum Hofmedailleur und Lehrer an der Graveur-Akademie zu Wien berufen, zeichnete er sich sowohl durch seine vorzügliche Lehrgabe als durch die in großer Zahl von ihm gefertigten Medaillen aus, in welchen sich bei verstandenem Festhalten an der alten Technik ein redliches, tiefempfundenes Streben ausspricht, der Medaille einen höheren Kunstwert zu erzielen. Zu seinen besten Arbeiten in der Bildnerei gehören: ein löwenbändigender Amor, eine antike Tänzerin, mehrere Standbilder von Fürsten des österreichischen Regentenhauses; die Bildnisse des Grafen Lützow, des Kardinals Consalvi, des Grafen v. Hohenwart u.s.w. Ausgezeichnete Werke der Stempelschneidekunst von ihm sind: mehrere Preismedaillen; die Bildnisse des Hofschauspielers Koch, des Lablache, der Catalani, des Malers David; die Denkmünzen auf die Einweihung der Kathedrale von Erlau, auf den Erzherzog Karl Ludwig, auf den Fürsten Paul Esterhazy, auf den Grafen Colloredo Mansfeld u.s.w. Endlich sind auch noch Böhms treffliche geschnittene Steine, eine Kamee mit dem Bildnisse Thorwaldlsens, andere, einen lorbeerbekränzten antiken Helden, die Flucht der Helena u.s.w. darstellend, zu erwähnen.


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