18. Körperbau und allgemeine Lebensweise der Utopier


Dem Körper nach sind sie flink, gewandt, ausdauernd, und leisten an Körperkraft mehr, als ihre Statur verspricht, obwohl diese durchaus nicht klein ist.

Obwohl der Boden nicht überall der fruchtbarste, das Klima nicht besonders gesund ist, schützen sie sich doch durch Mäßigkeit der Lebensweise so gegen die Luft, melioriren das Erdreich so durch fleißige Bestellung, dass bei keinem Volke die Produktion von Getreide und Vieh eine üppigere ist, dass das physische Leben nirgends langlebiger und weniger Krankheiten unterworfen ist.

Nicht allein, was gewöhnlich die ackerbauende Bevölkerung tut, kannst du da mit gewissenhaftem Fleiße betrieben sehen, dass nämlich einem von Natur geringwertigeren Boden durch Kunstmittel und fleißige Arbeit nachgeholfen wird, sondern ganze Wälder werden von den Händen des Volks ausgerodet und anderswo angepflanzt, wobei nicht die Fruchtbarkeit, sondern Rücksichten des Transports maßgebend sind, damit das Holz dem Meere oder den Flüssen oder den Städten selbst desto näher wäre, denn Getreide wird mit geringerer Mühe als Holz auf dem Landwege weite strecken verfahren.

Ein leutseliges, lustiges, kluges, behäbige Muße liebendes Volk, das aber doch auch körperliche Arbeit (da es daran gewöhnt ist,) ganz geduldig auf sich nimmt. Sonst reisst es sich nicht gerade besonders darum, aber in geistigen Studien ist es unermüdlich.


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Seite zuletzt aktualisiert: 08.11.2006 
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