Don José Alvarez

Alvarez, Don José, der ausgezeichnetste spanische Bildhauer der neueren Zeit, 1768 zu Priego in Andalusien geboren, war der Sohn eines armen Steinhauers und trieb dasselbe Geschäft, bis das Glück seinen strebsamen Geist und seine Talente, die er in seiner freien Zeit auf der Akademie zu Granada im Zeichnen und Modellieren schon ziemlich ausgebildet hatte, in der Person des Bischofs von Cordova unterstätzte, der ihm auf der Akademie San Fernando studieren ließ, wo der junge Mann so lasche Portschritte machte, dass er durch ein Basrelief, Ferdinand I. und seine Söhne, die Leiche des heil. Isidor's zur Kirche tragend, den ersten Preis erhielt. Dies veranlasste den König von Spanien, ihm im J. 1799 eine Pension zu seiner weiteren Vervollkommnung in Paris und Rom auszusetzen. In Paris fertigte er 1804 eine treffliche Statue des Ganymed (gegenw. im könig. Museum zu Madrid), einen verwundeten Achill, den er aber nicht ausführte, da ihm das Modell zu Grunde ging und er, trotz aller weiteren Versuche, kein ihn in gleichem Grade befriedigendes Werk mehr zu Stande brachte, und in Rom trug ihm Napoleon eine Reihenfolge von Reliefs aus der griechischen und römischen Geschichte für den Quirinal auf, die aber nur in Gips ausgeführt wurden; Hier entstand auch 1818 die Gruppe des Nestor, von Antilochus verteidigt (ebenfalls in Madrid). Dieses schöne Werk trug ihm die Ehre der Mitgliedschaft der Akademie von S. Lucca und die Ernennung seines Königs zum Hofbildhauer ein. Obgleich sich Alvarez, der in der Folge noch mit dem bürgerlichen Ehrenkreuze erfreut wurde, mehr in Rom als in seinem Vaterlande aufhielt, starb er doch zu Madrid im J. 1827. — Von seinen ferneren Werken verdienen noch erwähnt zu werden: die kolossale Gruppe von Saragossa, eine Szene aus dem Kriege von 1808—1809, Venus, welcher Amor einen Dorn aus dem Fuße zieht, Amor mit einem Schwan, und verschiedene Statuen und Büsten lebender Personen (unter den letzteren die des Tonmeisters Rossini) von sprechender Ähnlichkeit — Alvarez verfolgte in der Plastik die Richtung des Canova, nur mit mehr Energie. Seine Werke zeichnen sich durch sorgfältiges Studium der Natur und der klassischen Meisterwerke aus. 


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 © textlog.de 2004 • 28.02.2021 23:35:47 •
Seite zuletzt aktualisiert: 31.12.2004 
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