§ 9. Spinozas System:
A. Ausgangspunkt, Grundlehren.


Das System Spinozas liegt in seinem Hauptwerke, der »Ethik«, vor, die erst in ihrem vierten und fünften Teile von dem handelt, was wir heute unter ethischen Problemen verstehen, im übrigen ein nach »geometrischer Methode« angeordnetes System von Definitionen, Axiomen, Propositionen (Lehrsätzen), Explikationen, Demonstrationen und Corollarien (Folgerungen) gibt, denen sich oft noch Scholien (nähere Erläuterungen) anschließen. Dass diesem völlig dogmatisch, mit dem Anspruch auf mathematische Gewißheit auftretenden, geschlossenen Gedankensystem dennoch methodische Erwägungen, ja eine Art erkenntnistheoretischen Unterhaus zugrunde liegt, zeigt deutlich der neben der Ethik meist zu wenig beachtete, leider unvollendet geblichene Traktat De emendatione intellectus.*)

 

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*) Vgl. E Kühnemann, Die Grundlagen der Lehre des Spinoza in Philos. Abhandlungen, dem Andenken Rudolf Hayms gewidmet (Halle 1902); ferner E. Cassirer, a. a. O., Bd. II, S. 10-26, dazu die Ausgabe Gebhardts (Philos. Bibl., Bd. 95). Die Einleitung des Traktats ist fast die einzige Stelle, wo Spinoza sich über die inneren Triebfedern seiner persönlichen Entwicklung ausgesprochen hat.



Inhalt:


1. Erkenntnistheoretischer Unterbau
2. Die eine Substanz = Natur = Gott
3. Die Attribute der Substanz: Geist (Denken) und Körper (Ausdehnung)
4. Einteilung der Erkenntnisarten
5. Materialismus, Spiritualismus, Monismus


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