§ 12. Leben, Schriften und Charakter.


Die drei Systeme von Descartes, Hobbes und Spinoza sind bei aller sonstigen Verschiedenheit einig in der Behauptung eines rein mechanischen Naturzusammenhanges, wie ihn die neue Wissenschaft aufgestellt. Gegen diese Auffassung, als den Gipfel menschlicher Willkür und Gottlosigkeit, richteten sich die Angriffe der philosophischen und theologischen Scholastik. Leibniz sucht diesen Gegensatz philosophisch zu überwinden, indem er die wissenschaftlichen Errungenschaften zwar nicht aufgibt, vielmehr durch eigene Forschung vermehrt und vertieft, aber anderseits durch Untersuchung ihrer Voraussetzungen über die mechanische Naturauffassung hinausführt und die letztere mit der teleologischen, damit den modernen Gedanken mit dem antik-christlichen zu versöhnen trachtet. Wichtiger noch ist, dass er die Philosophie als Prinzipienlehre der Wissenschaften (Bd. I § 1) auf fast allen Gebieten aufs mächtigste gefördert hat.


 © textlog.de 2004 • 21.07.2019 08:19:41 •
Seite zuletzt aktualisiert: 30.10.2006 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright