860. Klatschen 1). Plaudern 2). Schwatzen 3). Waschen 4). Plappern 5).

1) To gossip, tell tales of another.     2) To chat.     3) To talk.     4) To prate.
5) To babble.
1) Faire la commère.     2) Causer.     3) Bavarder.     4) Jaser (caqueter).
5) Babiller.
1) Cicalare.     2) Ciarlare.     3) Chiacchierare.     4) Cianciare.     5) Cinguettare
(ciarlare).

Plaudern (eine schallnachahmende Bildung, eig. das Rauschen des Wassers bezeichnend, aus mhd. plûdern, Nebenform zu mhd. blôdem, plôdern, rauschen; ähnliche Bildungen sind plauschen, platschen usw.; an lat. blaterare ist nicht zu denken) bezeichnet allgemein alles Reden, das keinen wichtigen Gegenstand und keine ernsthafte Absicht hat, das also nur zum Zeitvertreib dient. Aus diesem Grunde hat auch das Plaudern keinen bestimmten und genauen Zusammenhang; man überläßt sich dabei seiner Laune und dem unwillkürlichen Strom der Gedanken. Es ist also an sich weder tadelhaft noch verächtlich. Die übrigen Ausdrücke dagegen werden bloß in tadelndem Sinne gebraucht, nur schwatzen kommt zuweilen auch in harmlos günstigem Sinne vor, z. B. wenn man von schwatzenden, geschwätzigen Vögeln spricht u. dgl. Gewöhnlich bezeichnet schwatzen aber alles wortreiche und dabei inhaltlose und überflüssige Reden. Das Geschwätz ist lästig und ermüdend. Ganz verächtlich ist das Waschen (vom Waschen, d. i. im Wasser reiben, entlehnt, auch auf die Redseligkeit der Waschweiber Bezug nehmend) und das Gewäsch; es enthält lauter Kleinigkeiten, kindische, grundlose Sachen, denen nur die größte Armut des Geistes und die einfältigste Leichtgläubigkeit Glauben beimessen kann; es ist ein geistloses, unzusammenhängendes, unüberlegtes und ungereimtes Sprechen. Das Klatschen (schallnachahmendes Wort) besteht in dem Erzählen und nachteiligen Beurteilen der Fehler anderer Menschen. Ursprünglich bezeichnet klatschen ein Schallen, gewöhnlich ein schallendes Schlagen, und unter einem Klatsch versteht man einen hellen und breiten Schall. Wenn die flachen Hände ineinander geschlagen werden, oder wenn man mit der flachen Hand auf eine Wasserfläche oder auf eine breite, fleischige Wange schlägt, so klatscht es, die Peitsche klatscht, die Wäsche klatscht, man klatscht (schnalzt) mit der Zunge usw. Dann wurde der Ausdruck auf geschwätziges Reden übertragen, bei dem die Zunge geht wie eine klatschende Peitsche (daher die Redewendung: Er hat ein Maul wie eine Peitsche). Der Ausdruck klatschen für schwatzen ist namentlich in den mitteldeutschen Mundarten heimisch. Dazu gehören die Ausdrücke Klatsch (z. B. es ist bloßer Klatsch, d. i. unbegründetes Geschwätz), Klatscherei, Geklätsch, Klatschschwester usw. "Die Weiber haben insgemein drei Mängel ..... endlich wollen sie allezeit etwas Neues zu klatschen haben." Chr. Weise. "Man wird mir's auf mein Wort glauben, daß in Gottscheds Briefwechsel viel geklatscht wird." Danzel, Gottsched und seine Zeit. Häufig bezeichnet klatschen geradezu ein geschwätziges Verraten, ein Angeben, namentlich verklatschen wird so gebraucht, z. B. "Er hat mich bei meinem Herrn verklatscht." Plappern (nhd. Schallwort, verwandt mit dem mundartlichen blaffen, sowie mit dem niederl. blaffen, bellen, kläffen) heißt bloß die Sprachwerkzeuge bewegen und die Laute der Worte hervorbringen, ohne sich des Sinnes von dem, was man spricht, bewußt zu sein. Die Kinder plappern, indem sie Worte hintereinander aussprechen, ohne etwas dabei zu denken. In solchen Religionen, in denen man den Gottesdienst auf bloße äußere Handlungen einschränkt, an denen der Verstand und das Herz nicht teilzunehmen braucht, ist das Beten ein bloßes Herplappern geheiligter Formeln, und dieses ist dem Geiste des Christentums entgegen. Ähnliche Ausdrücke, wie die genannten sind: papeln, tratschen, salbadern (nicht, wie Adrian Beyer in seinem Architectus Jenensis 1681 den Ausdruck erklärt, ein Studentenausdruck aus Jena, der das Geschwätz des Baders Hans Kranich, der an der Saale wohnte, bezeichnete; es ist vielmehr dunkler Herkunft; nach Martin vermutlich aus der Einrichtung des Seelbades, d. i. des Freibades für die Armen aus frommer Stiftung, zu erklären; die Seelbader, die um Gottes willen badeten, schröpften und schoren, entwickelten eine ganz besonders schwer zu ertragende Geschwätzigkeit, in die sich wohl den Armen gegenüber noch ein frömmelnder Ton mischte; aus Seelbader wurde Salbader; vgl. Badenfahrt von Thomas Murner, Neudruck nach der Straßburger Ausgabe mit Erläuterungen insbesondere für das altdeutsche Badewesen von Ernst Martin; Herman Hirt vermutet Zusammenhang mit Soole).


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