Pietro Anderloni

Anderloni, Pietro, geb. zu S. Eufemia im Brescianischen 1784, verdankte seinem Bruder Faustino bei Anfangs noch schwankender Neigung zwischen Pinsel und Grabstichel die bestimmte Richtung für die Kupferstecherkunst. Er trat im Jahr 1804 in Longhi's Schule, arbeitete unter dessen Leitung 9 Jahre lang und lieferte während dieser, weise zwischen der Arbeit mit dem Stichel und der Übung- im Zeichnen nach der Antike verteilten Zeit treffliche Werke, trug auch zweimal den Preis der Akademie davon. Im Jahre 1831 wurde ihm nach dem Tode seines Lehrers Longhi die Professur der Kupferstecherkunst an der Akademie zu Mailand übertragen; er bekleidete dieselbe 18 Jahre lang und starb 1849. — Anderloni stand als Kupferstecher in großem Ansehen; er war Mitglied mehrerer Akademien und seine Arbeiten, in denen er eine große Beherrschung der Mittel zeigt, weiden sehr geschätzt. Sie verbinden treffliche Rundung und Haltung, Klarheit und Tiefe in den Schatten, und eine meisterliche, nur hin und wieder etwas zu glänzende Behandlung der Stoffe, mit richtiger Zeichnung, beseeltem Ausdruck in den Köpfen und geistvoller Erfassung der Eigentümlichkeit des Meisters. Zu seinen besten Stichen gehören; Moses am Brunnen nach Poussin, die Ehebrecherin nach Tizian, Maria mit dem Kinde nach Raphael (aus der Wiener Galerie), die Vertreibung des Heliodor und Attilas Zug gegen Rom, nach Raphael (von Anderloni am Ort und Stelle gezeichnet), eine Madonna mit dem Kinde von zwei Engeln verehrt nach Tizian, und das Urteil Salomon's nach Raphael.  

 

Literatur. Heller, Handbuch für Kupferstichsammler.


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Seite zuletzt aktualisiert: 31.12.2004 
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