Kindererziehung: Schule

5) Ist das Kind kräftig und gesund, so kann es vom sechsten Jahre an regelmäßig in die Schule gehen. Bei Schwäche und Kränklichkeit desselben muss nach Umständen der Schulunterricht erst später anfangen. Damit aber die Gesundheit des Kindes dadurch keinen Schaden erleide, haben Lehrer und Kind manche Vorsichtsregeln zu befolgen. Der verständige und erfahrene Lehrer wird nämlich — sagt Siebenhaar — das Kind niemals über seine Kräfte anstrengen, und es weder zu lange sitzen lassen, noch auch zu anhaltend mit Gegenständen des Unterrichts beschäftigen, die demselben schwer fallen. Er wird vielmehr seine Anforderungen nur so hoch stellen, dass das Kind bei Fleiß und gutem Willen ihnen auch genügen kann, und ihm zwischen den Schulstunden die nötige Erholung in freier Bewegung, im Spielen und in körperlichen Übungen verstatten. Auch wird er dafür sorgen, dass die Sitze und Tische für die Größe des Kindes passend, also weder zu hoch, noch zu niedrig sind, und dass die Kinder mit ihren Plätzen nicht zu sehr beengt werden. Das Kind dagegen muss dem ihm erteilten Unterrichte mit Aufmerksamkeit beiwohnen, um die kostbare Zeit des Lernens nicht unbenutzt zu lassen, stets gerade und anständig auf seinem Stuhl oder seiner Bank sitzen, und beim Schreiben, Zeichnen und überhaupt bei allen Arbeiten jede schiefe Haltung des Körpers vermeiden; denn wer sich hierin vernachlässigt, kann sehr leicht schief und buckelig, dadurch aber auf sein ganzes Leben unglücklich werden.


 © textlog.de 2004 • 20.04.2021 16:20:02 •
Seite zuletzt aktualisiert: 19.12.2007 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright  A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  Z