Kindererziehung: Schlagen

7) Deshalb muss namentlich sehr davor gewarnt werden, dass man die Kinder weder mit der Faust, noch mit Stöcken oder anderen Gegenständen gewaltsam auf den Kopf, in den Rücken, auf die Brust oder auf den Leib schlägt, oder sie gegen diese Teile stößt; denn daraus entstehen nicht selten die gefährlichsten und unheilbarsten Krankheiten und Gebrechen, als: Blindheit, Taubheit, Verstandesschwäche, Lähmungen der Gliedmassen, Schweratmen und Schwindsucht, Verhärtungen der Leber und des Magens, Brüche etc. Ja es gibt Beispiele — sagt Siebenhaar — dass kleine Kinder von ein Paar zu derben Händeklitschen auf den Hintern und die Kreuzbeingegend (das Kreuz) auf der Stelle starben. Selbst empfindliche Rutenhiebe auf den Hintern haben, besonders bei den größeren Kindern, oft sehr üble Folgen. Gleichfalls gefährlich sind die Ohrfeigen oder Maulschellen, wodurch das Gehirn zum großen Nachteile erschüttert wird. Ferner sieht man aus dem gewaltsamen Kneipen und Zerren der Ohren mit den Fingern häufig Entzündungen und Gehörleiden entstehen, so wie das sogenannte Knipsen auf die Fingerspitzen mit einem Lineal oder Stock leicht zu schmerzhaften Entzündungen der Nägel und zu Nagelgeschwüren Veranlassung gibt. Auch hat die Erfahrung gelehrt, dass das lange Knien auf dem harten Fußboden, noch mehr aber auf Erbsensäcken, womit man wenigstens in früherer Zeit die Kinder für größere Vergehen bestrafte, den Gliedschwamm und andere Gelenkkrankheiten erzeugt.


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