Urtatsache

Urtatsache heißt im allgemeinen jede Tatsache, mit welcher eine Reihe von Begebenheiten beginnt; im engeren Sinne gibt es deren zwei: das Bewußtsein, von welchem alles Denken und Sein (in subjektiver Auffassung) ausgeht, und das Dasein, die Wirklichkeit. J. G. Fichte (1762-1814), der die zweite dieser Urtatsachen leugnet, sieht in der Urtatsache des Bewußtseins eine Urtathandlung und bestimmt sie so: »Das Ich setzt ursprünglich schlechthin sein eigenes Sein.« Daraus leitet er die Antithesis des empirischen Bewußtseins ab: »Dem Ich wird schlechthin entgegengesetzt ein Nicht-Ich,« und folgert aus beiden die Synthesis: »Das Ich setzt im Ich dem teilbaren Ich ein teilbares Nicht-Ich entgegen.«


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Seite zuletzt aktualisiert: 14.11.2004 
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