Sommerfrische

Sommerfrische ist ursprünglich ein tirolisches Dialektwort (Kluge, Etym. Wb. S. 367), das seit dem dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts von tirolischen Schriftstellern in die Literatur eingeführt, dann aber auch von anderen, wie J. v. Hartung, Steub, Spindler, J. G. Kohl aufgenommen wurde, bis es aus der anfänglichen Reiseliteratur etwa um die Mitte des Jahrhunderts ins große Publikum dringt. Vergl. ZfdW. 1, 78 f. und Blätter für lit. Unt. 1850, 315.

Doch erst in den nächsten Jahrzehnten entwickelt sich der Ausdruck zum allgemeinen Stichwort für einen Erholungs- oder Sommeraufenthalt der Städter bez. für einen solchen Ort selbst. So spottet der Kladderadatsch 1865, 56: "Victor Emanuel zieht aus Turin und gehe, bis seine Wohnung von den Franzosen ausgetrocknet ist, nach Florenz in die "Sommerfrische"." Das DWb. bringt noch Belege aus Storm und Keller.

Neuerdings sind besonders die Ableitungen Sommerfrischler und Sommerfrischlerin sehr beliebt. Siehe nur bei K. Bleibtreu, Größenwahn 1, 55 (1888) ›eine Filiale für die dortigen Sommerfrischler‹.


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