Boykott, Boykottieren

Boykott und entsprechend boykottieren, zwei seit dem November 1880 von England ausgehende Bezeichnungen öffentlicher Verrufserklärung, die zunächst gegen den Kapitän Boycott, einen verhassten irischen Landlord, ausgesprochen wurde, der also zugleich erstes modernes Opfer und Namensvater dieses Kampfmittels wurde.

Murray 1, 1040 belegt bereits von 1881 ab auch die übertragene und bildliche Anwendung. Das Schlagwort ist durch die Zeitungen rasch verbreitet und in die anderen europäischen Sprachen getragen worden. Siehe frz. boycotter (boycottage), holl. boycotten, russ. boĭkottīrovat usw. Sache und Wort gewann dann namentlich in Amerika große Bedeutung, während in Deutschland der Boykott in der großen Hauptsache auf Wirte und Brauereien beschränkt blieb, die den sozialdemokratischen Arbeitern ihre Säle verweigerten. Vergl. Soz. Monatsh. 2, 338 ff. (1898) und 3, 527 (1899).

Doch wird der Ausdruck selbst, der wohl Anfang der achtziger Jahre ins Deutsche eindrang, auch ohne politische Färbung im gesellschaftlichen und geschäftlichen Leben mannigfach gebraucht.


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