591. Freude 1). Freudigkeit 2). Fröhlichkeit 3). Lustigkeit 4).

1) Joy.     2) Joyfulness.     3) Cheerfulness (hilarity).     4) Mirth.
1) Joie.     2) Gaieté.     3) Hilarité (enjouement).     4) Allégresse.
1) Gioja.     2) Contentezza, letizia.     3) Allegrezza, giocondità.     4) Allegria,
gaiezza.

Freude bezieht sich auf ein Gut, durch das sie hervorgebracht wird, ein Gut, das uns entweder wirklich gegenwärtig ist oder das wir uns durch die Einbildungskraft vergegenwärtigen. Die Geburt eines Kindes macht den Eltern Freude, die Nachricht von einem lange gewünschten Frieden erregt eine allgemeine Freude. Daher hat auch das Wort Freude, wegen der Mehrheit der Ursachen, einen Plural. "O, wer nennt sie alle, die farbigen, duftenden Freuden." Gr. Stolberg. Hier heißen Freuden die Ursachen der Freude, Klopstock faßt die Freude geradezu als den ins Irdische übertragenen Begriff der kirchlichen Seligkeit auf, und Schiller sieht in ihr das höchste Ziel der Menschenbildung, nämlich: die volle freie Entfaltung des Ich zu dem, was es werden soll. Diesen Gedanken führt er namentlich im "Lied an die Freude" aus. Freudigkeit (im Laufe der Zeit hat sich das Wort mit freidig, d. i. kühn, mutig vermischt und streift oft an diese Bedeutung) ist die Gemütsstimmung, welche die Wirkung der Freude ist und uns die Dinge in einem angenehmen Lichte sehen läßt. Äußert sich die Freude laut und teilt sich die schnellere Bewegung der Lebensgeister dem Körper mit, so nennt man diesen Zustand Fröhlichkeit. Von ihr ist die Lustigkeit dadurch verschieden, daß sie nicht, wie die Fröhlichkeit, bei den bloßen Ausdrücken der Freude stehen bleibt, sondern sich durch Handlungen äußert, die ausgelassenes Lachen erregen. Die Fröhlichkeit ist laut und wird bisweilen lärmend, die Lustigkeit ist mutwillig und wird bisweilen niedrig. Bei einem Gastmahle gebildeter Personen herrscht Fröhlichkeit, Kinder sind lustig, und in den Gelagen der Bauern herrscht oft rohe Lustigkeit. Eine Maskerade, ein Volksfest gehört zu den öffentlichen Belustigungen, ein Konzert zu den gesellschaftlichen Vergnügungen. Der Fröhliche fühlt das Bedürfnis, seine Freude auszudrücken, der Lustige sie zu verlängern und zu vermehren. Das erstere reizt den Fröhlichen zum Hüpfen, Tanzen, Singen; das letztere den Lustigen zum Necken, Spaßen, Possenreißen usw. — Freude und Freudigkeit sind also mehr innerlich, Fröhlichkeit und Lustigkeit äußerlich.


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