765. Heerführer 1). Feldherr 2). Herzog3). Anführer 4).

1) Commander in chief.     2) Field-marshal.     3) Duke.     4) Leader.
1) Chef-d′armée (généralissime).     2) Commandeur-en-chef (maréchal,
capitaine).    3) Duc.    4) Chef (conducteur).
1) Generalissimo (Duce di un esercito).   2) Maresciallo di campo.   3) Duca (Duce).
4) Condottiero (capo).

Anführer ist die allgemeinste Bezeichnung. Auch der niedrigste Offizier ist der Anführer bei einer Unternehmung, zu welcher er kommandiert ist. Eine Diebesbande hat ihren Anführer; in einem feierlichen Aufzuge ist der, welcher voraufgeht, der Anführer usw. Heerführer und Feldherr dagegen wird nur ein solcher Anführer genannt, der an der Spitze eines ganzen Heeres steht. Der Heerführer unterscheidet sich aber von dem Feldherrn dadurch, daß er das Heer nicht bloß zu kriegerischen Unternehmungen anführt, wie der Feldherr, sondern daß er auch der Befehlshaber eines Heeres auf jedem andern Zuge sein kann. Denn Heer bedeutet nicht bloß ein Kriegsheer, sondern überhaupt eine große Menge. Es wird sogar von einer unzähligen Menge von Tieren gebraucht, die haufenweise ziehen, wie die Heere von Heuschrecken. Bei den Auswanderungen der Völker hatten die Heere, in welchen sie fortzogen, nicht immer die Absicht, andere zu bekriegen; sie wollten neue Wohnsitze suchen und nur da Gewalt gebrauchen, wo sie Widerstand fänden. Diejenigen nun, welche das wandernde Volk zu ihren Oberhäuptern gewählt hatte, waren seine Heerführer. Sie führten das Heer zunächst auf seinen Reisen und Zügen und nur bisweilen in den Kriegen, zu welchen sie gezwungen wurden. Ferner unterscheidet sich der Heerführer, selbst wenn er ein Kriegsheer anführt, noch dadurch von dem Feldherrn, daß er die höchste Gewalt hat und von keinem abhängt, indes die Feldherren auch einzelne Abteilungen des Heeres befehligen und selbst unter dem Befehle des Heerführers stehen und ihm verantwortlich sind. Das Wort Herzog hat jetzt seine alte ursprüngliche Bedeutung verloren. Denn in den ältesten Zeiten bedeutete es den Kriegsanführer, es sei der ganzen Nation oder einer ihrer großen verbündeten Abteilungen (ahd. herizogo, mhd. herzoge, eig. der vor dem Heere Ziehende, aus Heer und ziehen zusammengesetzt). Seitdem die herzogliche Würde erblich geworden ist, und die Herzoge, wie andere unmittelbare Reichsstände in Deutschland, die Landeshoheit besitzen, ist ein Herzog ein Fürst höheren Ranges und ein Herzogtum ein Land, das von einem solchen Fürsten beherrscht wird.


 © textlog.de 2004 • 22.06.2021 04:14:02 •
Seite zuletzt aktualisiert: 12.01.2008 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright  A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  Z