Sauerkraut

Sauerkraut. Der eingemachte und durch Gärung im Fass sauer gewordene zerschnittene weiße Kohl, auch Sauerkohl genannt, ist eins der vorzüglichsten Schutzmittel vor dem Skorbut auf langen Seereisen. Außerdem äußert er eine wunderbare Kraft auf Betrunkene, was schon der Leibarzt Mathiolus (Commentarii in libr. sex Dioscoridis. Venet. 1570. fol. p. 15) erwähnt, indem er sie schnell nüchtern macht. Osiander (l. c. 503) setzt hinzu, dass in der Tat noch jetzt in denjenigen Ländern, wo man viel Wein trinkt, in Österreich, Schwaben, Franken, außerordentlich viel Sauerkraut gegessen und als Antidot des Weins angesehen wird. In den meisten Speisehäusern Wiens sei Sauerkohl, der in Stückfässern dort zu Markt gebracht wird, das ganze Jahr hindurch täglich zu haben.

Auch der gekochte braune Kohl (Brassica) war schon den Alten als ein Mittel bekannt, den Wein besser zu ertragen und dem Kopfweh und Schwindel, Ekel und anderen Zufällen, welche auf den übermäßigen Genuss desselben folgen, entgegen zu wirken. Man aß in solchen Fällen gekochten Kohl und legte Kohlblätter auf den Kopf. — Allerdings sind die frischen Blätter von einem großen Weißkohlkopf sehr kühlend. Die Mutter eines meiner jüngst behandelten und geretteten Nervenfieberkranken legte solche rund um den Kopf des Kranken, der heftig delirierte, und das Delirium febrile lies bald nach.


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