Danaë

DANAË, es, Gr. Danaê, ês, des Akrisius und der Eurydike, Apollod. lib. II. c. 2. §. 1. oder, nach anderen, der Aganippe Tochter. Hygin Fab. 63. Sie sollte nach des Orakels Ausspruch einen Sohn gebären, welcher seinen Großvater, den Akrisius, ums Leben bringen werde. Dieses zu verhüten, ließ er ein ehernes Zimmer unter der Erde bauen und die Danae dahinein stecken, auch noch eine Wache davor stellen, damit sie ja mit keinem Mannsvolk zusammen kommen möchte. Apollod. l. c. c. 4. §. 1. Es war solches noch lange Zeit zu Argos zu sehen, bis es endlich der Tyrann Perilaus soll zerstört haben. Pausan. Corinth. c. 23. p. 128. Andere reden von einem ehernen Turm, mit starken Türen, vor welchen schlaflose Hunde Wache gehalten, Horat. lib. III. Od. 16. v. 1. und noch andere wenigstens von einer steinernen Mauer, worin er sie verschlossen; Hygin. l. c. So sehr sie aber Akrisius immer verwahrte, so fand doch Jupiter Gelegenheit, zu ihr zu kommen, als er sich einmal ihre Schönheit gefallen lassen. Denn da der Danae Behältnis oben offen war, so verwandelte er sich in einen goldenen Regen und fiel also dadurch. Danae, welche meinte, dass es wahrhaftiges Gold wäre, fing es in ihrem Schooß auf, wobei sie, wie es auf einem geschnittenen Steine vorgestellt wird, auf dem Bett lag. Lipperts Dactyl. I Taus. n. 28. Dieser Regen fiel auch so reichlich, dass er aus ihrem Schooß von dem Bett herunter floß. Nonn. Dion. L. VIII. p. 238. l. 25. 26. Jupiter nahm darauf wieder seine Gestalt an und da er sich entdeckte, wer er sei, so erhielt er, was er wollte, und Danae bekam einen jungen Sohn von ihm. Wie aber Akrisius solches erfuhr und keinesweges glaubte, dass Jupiter solches bewirkt hätte, so ließ er die Danae nebst ihrem Sohn, dem Perseus, in einen hölzernen Kasten stecken und also in das Meer werfen. Apollod. & Hygin. ll. cc. Lucian. Dial. select. 21. Einige wollen, Akrisius sei sogleich hinter die Sache gekommen als Danae noch schwanger gewesen, habe aber doch mit der Strafe gewartet, bis sie nieder gekommen; ap. Natal. Com. l. c. Andere hingegen geben vor, dass Perseus bereits drei Jahre alt gewesen, als Akrisius erst die Dinge erfahren; da er denn die Danae zwar zu des Herceischen Jupiters Altar geführt und daselbst schwören lassen, von wem sie den Perseus bekommen, habe ihr aber doch nicht geglaubt, sondern, nachdem er erst ihre Amme hingerichtet, oben genannte Strafe an ihr vollzogen. Apollon. ap. eumd. l. c. Indessen erhielt sie doch Jupiter hierbei und ließ sie unbeschädigt in ihrem Kasten an die Insel Seriphus anschwimmen, woselbst Diktys den Kasten ans Land brachte und sie beiderseits wieder heraus ließ, auch den Perseus auferzog. Sein Bruder, Polydektes, König besagter Insel, aber ließ sich der Danae Schönheit anstehen und wollte sie durchaus zur Gemahlin haben. Apollod. l. c. Allein, weil sie dazu keine Lust hatte und sich daher endlich, nebst dem Diktys, zu einem Altar flüchtete, so verwandelte Perseus den Polydektes durch der Medusa Kopf in einen Stein. Id. ibid. §. 3. & Strabo lib. X. pag. 487. Einige wollen, Polydektes habe sie wirklich zur Gemahlin genommen und den Perseus in der Minerva Tempel auferziehen lassen, nachdem er sie beide von dem Diktys, einem Fischer, bekommen; auch danach den Akrisius befriedigt, der beide, Mutter und Sohn, von ihm wieder ausgehändigt haben wollte. Hygin. loc. cit. Wie es aber ein offenbar fabelhaftes Vorgeben ist, was von dem in einen Goldregen verwandelten Jupiter gesagt wird: also ist es allerdings glaublich, dass ein Liebhaber der Danae die Wache mit Geld bestochen, dass sie ihn zu der versperreten Prinzessinn hinein, gelassen. Man läßt es aber dahingestellt sein, ob solches eben der Proetus, des Akrisius eigener Bruder, gewesen. Apollod. l. c. cf. Banier Entret. III. ou P. II. p. 48. Dess. Götterl. IV B. 324 S. Jedoch zeigt diese Fabel, dass dem Gold und Geld nichts zu fest sei und wider das Schicksal keine menschliche Vorsichtigkeit helfe. Omeis Mythol. in Danae s. pag. 88. Die Tragödie, welche Sophokles von ihr verfertigt, ist verloren gegangen, Fabric. Biblioth. Gr. lib. II. c. 17. §. 3. wie auch des Euripides seine bis auf etwas weniges. Idem ibid. c. 18. §. 3.


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