Dagon - Dagahn, Dag

DAGON, eine von den berühmtesten Gottheiten der Philister, die man aber noch nicht recht zu bestimmen weiß. Ihr Name soll die drei Bedeutungen haben, dass er entweder eine gewisse Fischart, oder ein heiliges Leidtragen, oder den Gott des Ackerbaus bezeichne. Hieron. interpr. lat. Lex. Origen. T. II. Opp. p. 202. Nach diesem letzteren also hat sie denselben von dem phönizischen Wort Dagahn, das Getreide, erhalten und war mit Siton einerlei. Sie wird für einen Sohn des Uranus oder Himmels und für den Erfinder des Pfluges angegeben, welcher die Menschen unterrichtete, wie sie aus dem Getreide Brot machen sollten. Dieserwegen wurde er nach seinem Tode mit dem Zunamen Jupiter Arotrius, der Ackersmann, belegt, oder auch wohl Zeus Aruräus genannt. In dem Krieg seines Bruders Kronus wider den Uranus wurde eine von des letztern Kebsweibern gefangen genommen, die ihm Kronus zur Ehe gab, ob sie gleich vom Uranus schwanger war. Sie gebar ihm also in seinem Hause einen Sohn, welchen sie Demaroon nannte. Sanchon. ap. Euseb. Pr. Ev. L. I. c. 10. p. 34. Nach anderen soll das Stammwort des Namens Dag, ein Fisch, sein und sie als eine Weibesperson, deren unterer Teil die Gestalt eines Fisches hatte, sein vorgestellt worden; daher man sie mit der Derketo oder Atergatis für einerlei ausgibt. Selden. de Diis Syr. Synt. II. c. 3. p. 267. Sie soll auch so viel als der Ceto oder das Meerwunder sein, welchem die Andromeda zu Joppe vorgeworfen worden. Salmas. exerc. Plin. p. 574. Man glaubt, sie habe in verschiedenen Ländern verschiedene Namen geführt und hält bald die Vorstellung des Götzen Oannes, dessen Leib und Kopf wie ein Fisch gestaltet gewesen, über dem Fischkopf aber noch ein anderer Kopf gestanden und unter dem Fischschwanz sich Menschenfüße gezeigt; bald die auf einer ägyptischen Münze vorkommende Figur, die halb wie eine Weibesperson mit einem Füllhorn in den Händen, halb wie ein Fisch mit hinterwärts gekrümmtem Schwanz gestaltet ist und Füße hat, die eines Krokodils oder Seekalbs ihren ähnlich sind, für deren wahre Abbildung. Calmets bibl. Wörterb. 1 B. 799 S. Jedoch, alles ist ungewiß; und die Rabbinen raten nur, wenn ihn einige oben als einen Menschen, von den Hüften an aber als einen Fisch, andere von hier an als einen Menschen und von oben als einen Fisch, und noch andere ganz als einen Fisch vorstellen; da hingegen verschiedene ihm eine ganze Menschengestalt geben, welche auch am glaubwürdigsten zu sein scheinen. Ban. Erl. der Götterl. II B. 428. S.


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