Lex Heinze

Lex Heinze, ein 1892 geprägtes Schlagwort für die verschiedenartigen, zunächst von der Regierung, dann auch von ultramontanen und konservativen Politikern eingebrachten Gesetzesentwürfe zur Bekämpfung der Unsittlichkeit. Den Namen gab ein im Jahre 1891 in Berlin gegen das Ehepaar Heinze verhandelter sensationeller Mordprozeß. Das Schlagwort fand in Reichstagsdebatten und in der Presse ein lautes Echo, zuletzt seit der im Februar 1900 erfolgten Vereinbarung zwischen Regierung und Reichstagskommission über einige gegen Nuditäten in Kunst und Literatur abzielende Paragraphen, in denen weite Kreise eine schwere Gefährdung der künstlerischen Wahrheit erblickten. Eine lebhaft geschürte Agitation verhütete schließlich erfolgreich die endgültige Annahme. Vgl. darüber Soz. Monatshefte 3, 217 (1899), sowie einen satirischen Artikel in der Zukunft 26, 409 unter der Überschrift: Lex Goethe usw.


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