Judenstaat

Judenstaat ist nach Meyer S. 26 ein wohl auf den Göttinger Orientalisten Michaelis zurückzuführendes Schlagwort, der im Jahre 1783 in seiner Beurteilung von Chr. W. Dohms Vorschlägen ›Über die bürgerliche Verbesserung der Juden‹ schrieb: "Stände gar den Juden frei, Äcker oder adelige Güter an sich zu kaufen, und reiche Juden, die in anderen Ländern nicht dergleichen Rechte hätten, wünschten ihr Geld anzulegen, so würden sie unsere Deutschen auskaufen, und dann hätten wir den wehrlosesten und verächtlichsten Judenstaat."

Meyer erinnert ferner unter Hinweis aus Treitschke daran, dass später der kurmärkische Adel, voran der tapfere Marwitz, dieses Schlagwort speziell gegen den großen Neuordner Preußens, den Minister vom Stein, gelehrt haben, der als ›dreister Ausländer‹ den Fridericianischen Staat ›in einen modernen Judenstaat‹ verwandeln wolle.


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