Realpolitik

Realpolitik bezeichnet im Gegensatz zu der von der Idee bestimmten Idealpolitik diejenige politische Richtung, die mit den gegebenen Verhältnissen praktisch rechnet. Schöpfer dieses Programmwortes wurde Gustav Diezel mit der Aufsehen erregenden Schrift ›Grundsätze der Realpolitik, angewandt auf die staatlichen Zustände Deutschlands‹ (1853). Gegen diese Anschauung hat keiner mehr geeifert als Joh. Scherr, der sich zum förmlichen Anwalt der Idealpolitik aufwirft und sich seitenweise mit den Ausdrücken ›Realpolitik‹, ›realpolitisch‹ und ›Realpolitiker‹ herumschlägt, z. B. Aus der Sündfl. 1867, 299 ff. und sonst. Wenn er sich damit vornehmlich gegen Bismarcks Politik wendet, so stimmt dazu Nietzsches Ausspruch 5, 299 über ›Bismarcks Macchiavellismus mit gutem Gewissen, seine sogenannte "Realpolitik"‹.


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