Radler

Radler ist ein seit der raschen Verbreitung des Fahrradsports im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ausgekommenes volkstümliches Scherzwort. Das zugrunde liegende Verbum wird von Sanders, Ergb. S. 402 in der Form ›herumradeln‹ (velozipedieren) aus dem Salon 4, 127 belegt. Hoffmann von Fallersleben, der 5, 228 f. (1871) ein Spottlied aus den neumodischen ›Strampelwagen‹ verfaßte, kennt die Neubildung noch nicht. Vergl. ferner Bamberger 1, 110 (1894): "Einmal verfiel ich auf den Gedanken, über das Radeln zu schreiben. Es hätte den Vorteil, dass es zum allerneuesten gehört."

Max Möller bildet in einem Radfahrer-Schwank (Reclam 3315) bereits eine ganze Reihe Zusammensetzungen, wie S. 9 ›Radlerlied‹, S. 15 ›Radlerfeind‹, S. 21 ›Radlerkunst‹. Dehmel dichtet (Deutsche Chansons S. 40) einen eigenen humoristischen Sang aus des ›Radlers Seligkeit‹, und Ompteda betitelte einen Roman Die Radlerin (1901).


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