Freisinn

Freisinn ist zu Beginn der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts als spezifisch politische Losung bereits lebhaft im Schwange, geht also sicher noch weiter zurück. Vgl. Hoffmann von Fallersleben 4, 186 (1840):

 

"Alle Faulheit geht zu Nichte

Und der Freisinn wird gestählt

Auf der Bierbank."

 

Wiederholt spielt er noch in den folgenden Jahren auf das verfemte Schlagwort an. Siehe 4, 166 (1841) und 4, 252 (1842). Am bezeichnendsten ist die Polemik 5, 104 (1844):

 

"Was irgendwie freisinnig ist,

Im lieben Vaterlande,

Das wird auch heute noch wie sonst

Verfolgt als Contrebande.

Man untersucht, man sperret ein,

Bestrafet Schrift und Reden:

Drum ist der Freisinn auch Passion

Noch nicht für einen Jeden."

 

Vgl. auch bei Gans, Rückblicke auf Personen und Zustände (1836) S. 327 den Hinweis auf die Partei der ›sogenannten Freisinnigen und Fortschreitenden‹ im englischen Parlament.

In Deutschland wurde das Schlagwort erst von der am 5. März 1884 begründeten Deutschen freisinnigen Partei offiziell angenommen und wurde auch nach der im Jahre 1893 erfolgten Spaltung in die Freisinnige Vereinigung und in die Eugen Richtersche Freisinnige Volkspartei nicht fallen gelassen.


 © textlog.de 2004 • 16.10.2019 21:51:32 •
Seite zuletzt aktualisiert: 20.02.2008 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright  A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  R  S  T  U  V  W  X  Z