Folklore

Folklore überschrieb der englische Gelehrte William John Thoms einen Artikel, der in der Wochenschrift The Athenaeum am 22. Angust 1846 erschien, und prägte damit einen neuen Ausdruck für die volkstümliche Überlieferung, der sich in England sofort einbürgerte und nach Begründung der Folk-lore-Society (1877) und deren Publikationen geradezu internationale Geltung erlangte. Auch ins Deutsche wurde das Neuwort Folk-Lore übernommen und drang aus der Fachsprache allmählich auch in weitere Kreise, aber in der eigentümlichen Umprägung, dass es zum Stichwort für die wissenschaftliche Volkskunde selbst wurde.

Erst etwa seit den achtziger Jahren hat man dem fremden Gewächs wieder zugunsten des guten Eigenwortes Volkskunde systematisch den Boden abgegraben, das jetzt zur herrschenden Losung geworden ist. Vgl. außer Murray 4, 390, der auch Folk-Lorist (1876) und andere Ableitungen belegt, vor allem Kossinnas Ausführungen in der Zeitschrift des Vereins für Volkskunde 6, 188 ff. (1896).


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