1129. Pflegen 1). Gewohnt sein 2).

1 & 2) To be in the habit of..     1) also: to be usual or do usually.
1) & 2) Avoir la coûtume de faire; faire habituellement.     2) Être habitué
(avoir l′habitude).
1) Solere (essere solito).     2) Aver per costume (usare).

Man pflegt (vgl. Art. 767) etwas zu tun, sofern man überhaupt eine Handlung unter ähnlichen Umständen wiederholt; man ist aber etwas gewohnt (eigentl. Adjekt. ahd. giwon, mhd. gewon, daher auch heute mundartlich: gewohne: das t, welches dem Worte das Aussehen eines Partizips gibt, wurde erst später im Nhd. hinzugefügt) zu tun, was man, weil es Vergnügen macht oder weil man es für gut hält, so oft tut, daß es einem zum Bedürfnis geworden ist. So pflegt man Tabak zu rauchen, wenn man es so oft tut, als man Zeit und Gelegenheit dazu hat; man ist aber gewohnt Tabak zu rauchen, wenn man den Genuß desselben nur schwer und ungern entbehrt. Pflegen wird daher auch von leblosen Dingen, gewohnt sein nur von lebendigen und empfindenden gesagt. Die stärkste Kälte pflegt in unseren Gegenden nach der Wintersonnenwende einzutreten; die Zugvögel sind gewohnt, im Herbste einen wärmern Himmelsstrich zu suchen.


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