1132. Phantasie 1). Einbildungskraft 2). Dichtungskraft 3).

1) Phantasy, fancy. 2) Imagination. 3) Poetical power.
1) Fantaisie. 2) Imagination. 3) Force poétique.
1) Fantasia. 2) Imaginazione. 3) Forza. poetica.

Die Fähigkeit, früher durch die Sinne wahrgenommene Erscheinungen zu reproduzieren und sich vorzustellen, nennt man Einbildungskraft. Von dieser unterscheidet sich die Phantasie (gr. phantasia, von gr. phantazein, sichtbar machen, offenbar machen) dadurch, daß sie sich nicht, wie die Einbildungskraft, auf das Entstehen einzelner Vorstellungen, sondern auf die willkürliche und unwillkürliche Verknüpfung derselben untereinander bezieht. Namentlich bezeichnet Phantasie die Fähigkeit, die Vorstellungen in ganz neue Verbindungen treten zu lassen und so schöpferisch tätig zu sein. Ferner zeigt Phantasie nicht bloß die Tätigkeit des Vorstellens, sondern auch das durch diese Tätigkeit Hervorgebrachte an. So nennt man Augenblicksergüsse eines Tonkünstlers Phantasien, ebenso gewisse Werke eines Dichters, Malers usw., denen nichts Wirkliches zugrunde liegt. Dichtungskraft nennt man die Phantasie dann, wenn sie den reichen Stoff der lebendig erfaßten Erscheinungswelt zu geordneten Kunstgebilden zu gestalten versteht.


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