Schwindel

Schwindel (lat. vertigo) heißt die Empfindung des aufgehobenen Gleichgewichts unseres Körpers, infolgederen uns die Außenwelt oder unsere Glieder sich zu bewegen scheinen. Veranlassung dazu ist eine Störung in der Beziehung zwischen unseren Empfindungen und Körperbewegungen. Der Sitz der Störung beim Schwindel ist zugleich das Kleinhirn und ein Sinnesorgan, d.h. das Auge oder das Ohrlabyrinth. Man unterscheidet Augen-, Ohren-, Tast- und Hirnschwindel. Der bekannteste Schwindel ist der Drehschwindel, der nach schnellem häufigen Umdrehen des Körpers entsteht; andrerseits entsteht Schwindel z.B. aus dem Versuche, stark divergierende Stereoskopbilder zu vereinigen, von einem Turm herab, oder an einem Turm hinauf zu sehen, zwei Melodien gleichzeitig aufzufassen usw.; der eigentliche Hirnschwindel entsteht aus Angst, Halluzination, Narkose, Typhus. Oft verbindet sich damit Gefühlsverdunklung, Ekel, Erbrechen, Ohnmacht und Bewußtlosigkeit. Das beste Mittel dagegen ist die Ruhe und die Selbstbeherrschung. - Im übertragenen Sinne bedeutet Schwindel s. a. absichtlich hervorgerufene Täuschung anderer zu unserem Vorteil. Vgl. Wundt, Grundzüge der physiol. Psych. I, S. 211, II, S. 24 u. 139.


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