Tintenkuli

Tintenkuli ist ein vermutlich von Maximilian Harden aufgebrachter verächtlicher Ausdruck für den journalistischen Lohnschreiber. So spricht er ironisch von sich selbst Apost. 1, 208 (1891): "Es gibt auch Tinten-Kulis, und jeder Kuli ist seines Erlasses wert." Und im Apost. 2, 25 stellt er neben einander den ›Partei-Kaspar‹ und den ›Tinten-Kuli‹. Ebenda S. 159 erörtert er ausführlich: "Unsere journalistischen Markthelfer haben mit dem Begriff des Anarchismus nicht erst lange sich geplagt, die Ärmsten müssen ja, gepeitschte Tintenkulis, verschweigen, was sie etwa denken, und schreiben, was der Brotherr wünscht und seine Abonnenten fordern." Das dem Ostindischen entstammende Wort Kuli bezeichnet jetzt allgemein die indischen und chinesischen Lastträger, welche nach Kalifornien und Australien auszuwandern pflegen, um dort schwere, früher den Negersklaven aufgebürdete Arbeiten zu verrichten.


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Seite zuletzt aktualisiert: 14.02.2008 
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