III. Wasser- und Kräutersuppen

Hierher rechnen wir alle reizmildernden, kühlenden, nur mäßig nährenden, nicht aufregenden, nicht, wie die Wein- und Fleischsuppen, das Blut in Wallung setzenden, oder sonst erhitzenden Suppen aus Hafergrütze, Gerstengraupen, Reismehl, Gries, Salep, Arrowmehl u. s. w., mit Wasser gekocht, und Zucker, auch wohl etwas Zitronensaft (wenn der Kranke nicht an Durchfällen und Husten leidet) zugesetzt.

11) Hafergrützsuppe. Der sogenannte Haferschleim, mit Zucker, Honig versetzt, ist ein herrliches Mittel gegen Katarrhhusten, Harnbeschwerden, Leibschmerzen, Durchfälle u. s. w. (s. Avena). Die Hafergrützsuppe bereitet man so: Auf ein Quart Suppe rechnet man eine Handvoll Grütze, brüht sie mit kochendem Wasser einige Mal gut ab, wodurch sie sich weiß und schön kocht, tut etwas Zitronenschale daran, lässt sie recht sämig kochen, reibt sie dann durch ein Haarsieb, gießt etwas kochendes Wasser nach, damit das Sämige völlig herausgeht; durchsiebt diese Brühe wieder in einen Topf, gibt Butter, Salz, Zucker Und gereinigte kleine Rosinen zu, lässt sie damit kochen und richtet sie dann über kleingeschnittene und gebratene Semmel an.

12) Reismehlsuppe. Gemahlener oder gestoßener Reis, in Wasser gekocht und etwas Zitronensaft und Zucker, auch wohl ein wenig gestoßene Muskatblüte zugesetzt, ist ein angenehmes Getränk, das kalt und warm getrunken, mit Semmelschnitten auch als Suppe verzehrt werden kann.

13) Kräuterwassersuppe. Die schleimigen Suppen Nr. 11 und 12 werden vielen Kranken oft zuwider, obgleich sie, wenn noch fieberhafte Zustände zugegen sind, so auch in den ersten drei Tagen des Wochenbetts, bei Diarrhöen, in Katarrhalfiebern, bei Harnbrennen, Steinschmerzen, Leibweh u. s. w., allen anderen Suppen vorzuziehen sind. Hier kann man der Abwechselung wegen folgende Suppe reichen. Man kocht altes Weißbrot mit Wasser, setzt etwas Petersilie, Sellerie, gelbe Rüben hinzu, und auch ein wenig Salz und Butter.

14) Kräuterwassersuppe für Wassersüchtige und Asthmatische, ohne Fieber. Man kocht gestoßenen Zwieback in Wasser, setzt grüne Petersilie, etwas Zwiebeln und Borri, Löffelkraut und Portulak hinzu, und lässt die durchgeseihte Suppe warm verzehren. Für solche schwache, fieberlose Kranke passt auch:

15) die harntreibende Kräutersuppe. Man nimmt die jungen Blätter und Stengel des Lattichs, Endivien, Portulak und Sauerampfer, von jedem eine Handvoll, brühet sie mit heißem Wasser ab und presst das Wasser gelinde aus, hierauf kocht man sie langsam in schwacher Kalbfleischbrühe und tut Butter, Salz und etwas Muskatnuss daran.


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