5) Vom Leichteren zum Schwereren

Es muss der Übergang, wie überall, so auch bei körperlichen Bewegungen vom Leichtern zum Schwereren stattfinden, und dieselbe darf niemals plötzlich aufhören. — Wir gestatten dem Wochenkind körperliche Bewegung, indem wir es von seinen Banden befreien, wo es dann gewöhnlich sogleich seine Glieder ausstreckt; wir lassen es später in dem Versuch sich abmühen, an einem Stuhl, einer Bank u. s. w. aufrecht zu stehen u. s. w. — Findet man in irgend einem Falle das Laufen, das Reiten u. s. w. zur Stärkung der Gesundheit, zur Heilung von Krankheiten u. s. w. nötig, so muss dies zuerst im Schritt beginnen, kann dann immer schneller werden, und muss im immer langsamem Schritt wieder enden, ehe man sich der Ruhe hingibt, weil sonst der größte Nachteil erwachsen kann. Ein Mensch, der schnell gelaufen ist, oder im raschen Trab geritten hat, transpiriert heftig, das Herz klopft, der Atem ist fliegend, der Puls voll u. s. w. Geht derselbe plötzlich zu dem Gegensatz, zu vollständiger Ruhe über, so setzt er sich Erkältung aus; es kann, wenn plötzlich die peripherischen Organe zur Ruhe kommen, was mit dem Innern, dem Herzen, den Lungen jedesmal nur nach und nach geschieht — Erweiterung der großen Gefäße (Aneurysmen), Berstung derselben, Schlagfluss, Tod die Folge davon sein. Ein solcher Fall und aus diesem Grunde ereignete sich vor mehreren Jahren zu Leipzig während eines Balles. Es gibt aber auch gewiss nichts Widersinnigeres, als die Anordnung der Tanzvergnügung bei unsern Bällen. Könnte man bei unsern Walzern, unsern Cotillons nicht ruhiger beginnen und ruhiger enden (Hofmann)?


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