Platonismus

Platonismus ist die Philosophie Platons (427-347). Sie besteht in einem Idealismus, der dem Einzelnen und der Sinnenwelt die Existenz abspricht, den allgemeinen Begriffen (Ideen) das substanzielle Dasein zuspricht und in ihnen die Wirklichkeit erblickt. Der Platonismus nimmt die wirkliche Welt als eine metaphysische Vielheit von Begriffen, nicht als eine Einheit (wie die Eleaten), strebt aber außerdem zu einer ethischen Weltanschauung hin und sieht in der Idee des Guten die höchste aller Ideen und den Ursprung des ganzen Daseins. Goethe hat in der Geschichte der Farbenlehre unter der Überschrift »Überliefertes« (Hempel XXXVI S. 96) Platon folgendermaßen charakterisiert: »Plato verhielt sich zu der Welt wie ein seliger Geist, dem es beliebt, einige Zeit auf ihr zu herbergen. Es ist ihm nicht sowohl darum zu tun, sie kennen zu lernen, weil er sie schon voraussetzt, als ihr dasjenige, was er mitbringt, und was ihr so not tut, freundlich mitzuteilen. Er dringt in die Tiefen, mehr, um sie mit seinem Wesen auszufüllen, als um sie zu erforschen. Er bewegt sich nach der Höhe, mit Sehnsucht, seines Ursprungs wieder teilhaft zu werden. Alles, was er äußert, bezieht sich auf ein ewiges Ganzes, Gutes, Wahres, Schönes, dessen Forderung er in jedem Busen aufzuregen strebt. Was er sich im einzelnen von irdischem Wissen zueignet, schmilzt, ja man kann sagen verdampft in seiner Methode, in seinem Vortrag«.


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Seite zuletzt aktualisiert: 14.11.2004 
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