naiv

Naiv (lat. nativus, fr. naïf, zuerst durch Gellert (1715 bis 1769) ins Deutsche eingeführt), eigtl. angeboren, heißt das Natürliche in Gedanken, Empfindungen, Worten und Werken, welches den Gegensatz zum Anerzogenen, Gekünstelten und Konventionellen bildet. Als Kennzeichen einer harmlosen, unschuldigen und unkundigen Seele erscheint das Naive dem Gebildeten oft rührend und reizend, oft aber auch dumm und lächerlich. Sobald der Mensch absichtlich den Naiven spielt, wird der Mann zum Komödianten, das Weib zur Kokette. Schiller (1759-1808) stellt in seinem Aufsatz in den Hören (1795 ff.) der naiven die sentimentalische Dichtung und damit Goethe sich selbst entgegen.


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