17) Verminderter Luftdruck

Ein verminderter Luftdruck, auf einen einzelnen Teil des menschlichen Körpers, auf eine einzelne Hautstelle appliziert, ist als ein Volksmittel gegen verschiedene Übel unter der Benennung des trocknen Schröpfens bekannt (s. oben S. 89). Ein großes Glas als Schröpfkopf auf einen eingeklemmten Bruch gesetzt, hebt oft in wenig Minuten die Einklemmung und macht so die schlimme Operation des Bruchschnitts entbehrlich. Noch besser wirkt hier eine kleine Luftpumpe, welche der Arzt Clemens in Frankfurt a. M. in seiner Schrift, betitelt: Die Luftpumpe u. s. w. (1840) näher beschrieben hat. Die atmosphärische Luft hat zwar auf die Gravitation keinen Einfluss, wohl aber auf die Lebenskraft, indem vom Organismus aus durch die äußeren Einflüsse (Licht, Luft, Wärme u. s. w.) dieselbe mit bestimmt wird. So erklären sich auch die herrlichen Wirkungen des veränderten Luftdrucks durch große Ventosen als ableitendes Mittel bei heftigen Blutkongestionen zum Kopf und zu der Brust. Ja, der französische Arzt Junot bringt durch einen Kautschukapparat den ganzen Unterkörper in verminderten Luftdruck, und erregt so in geeigneten Fällen eine künstliche Ohnmacht ohne Blutverlust (s. Gazette de Paris. 1838. Nr. 25. Frike's u. Oppenheim's Zeitschr. f. d. ges. Medic. 1839. Bd. 12. Heft 1. S. 92). Auch hat Dr. Espenbeck Apparate aus Blech zur künstlichen Luftverdünnung erfunden (Holscher's Hannov. Annalen. 1839. Bd. 4. Heft 3. S. 471).


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