Einfluß des Buchdrucks


Ist diese Anregung nicht ganz wertlos, so steht sie wieder mit dem dritten Punkte in Zusammenhang, auf den ich hinweisen möchte: mit dem Einfluß der Buchdruckerkunst auf unsere Sprache. Dieser Einfluß ist um so schwieriger festzustellen, als wir uns immer noch im Flusse dieser Erscheinung befinden und (ohne Übertreibung) die Ausdehnung der heutigen Buchpresse sich zu der aus der Lutherzeit verhält, wie etwa die Lutherzeit zu dem Buchverkehr im alten Alexandrien zur Zeit der Ptolemäer. Um das einzusehen, braucht man nur die Millionen von Preßerzeugnissen, die heute die Zeitungspresse und der Kolportagebuchhändler täglich über Stadt und Land verbreiten, mit den wenigen Schriften zu vergleichen, welche selbst in der aufgeregten Zeit der Reformation ihren Weg fanden. Der Einfluß der Buchdruckerkunst auf die Sprache beginnt wohl mit der Erfindung der ersten Druckpresse, aber er hat sich seit bald fünfhundert Jahren ins Ungemessene gesteigert.


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