Junggrammatiker


Hermann Paul ist das geistige Haupt der Partei, die gegenwärtig die Arbeit der Grimm und Bopp fortzuführen sucht; es lebt in ihm etwas von der Frische und Jugend des Romantikers Fr. Schlegel. Von der Jugend nahm die Partei den Namen.

Als die Herren, welche gegenwärtig die Sprachwissenschaft fördern, sich zuerst der älteren Generation kritisierend gegenüberstellten, waren sie noch jung und hießen darum die Junggrammatiker. Als Spitzname wurde das Wort zuerst von Zarncke scherzhaft gebraucht, dann (1878) von Brugmann in die Gelehrtensprache eingeführt. Bin Spitzname wurde stolz angenommen, wie von den Geusen. Man kann nicht sagen, dass dieser Name irgendwie den sachlichen Gegensatz bezeichnete. Wohl aber ist er charakteristisch für die Geschichte jedes wissenschaftlichen Betriebes. Immer kommt ein neues Geschlecht, welches da und dort besser beobachten gelernt hat. Die deutschen Junggrammatiker waren wahrhaftig nicht bedeutender als Jakob Grimm, aber sie hatten einzelnes besser als er gesehen und konnten darum seine Gesetze verbessern.


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